Kinder beobachten einen kleinen Roboter, der sich im Bildvordergrund befindet.

Fellowship für Kunstvermittlung

Förderung kollaborativer, prozessorientierter und innovativer Vermittlungspraxis für zeitgenössische Kunst

Der Westfälische Kunstverein und die Volksbank im Münsterland eG vergeben erstmals eine Förderung für Kunstvermittler:innen. Das Fellowship für Kunstvermittlung unterstützt die Entwicklung kollaborativer, prozessorientierter und innovativer Vermittlungsformate und fördert so die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst in engem Austausch mit dem Westfälischen Kunstverein und den dort ausstellenden internationalen Künstler:innen.

Der Westfälische Kunstverein versteht sich als Ort der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Seit 1831 setzt sich die gemeinnützige Organisation für die Förderung, Produktion, Ausstellung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst und ihrer Diskurse ein. Anders als museale Institutionen, die zumeist kanonisierte Positionen zeigen, präsentiert der Westfälische Kunstverein internationale Gegenwartskünstler:innen erstmals in Deutschland und realisiert zahlreiche Neuproduktionen.

Die enge Zusammenarbeit mit den Künstler:innen, die Auseinandersetzung mit zeitspezifischen Fragen und Widersprüchlichkeiten, aber selbstverständlich auch die orts- und kontextspezifischen künstlerischen Arbeiten, die im Auftrag des Westfälischen Kunstvereins realisiert werden, eröffnen ganz besondere Möglichkeiten: Vermittlung kann hier dialogisch, prozesshaft und interdisziplinär gestaltet werden. Veranstaltungen, die im Kontext der Ausstellungen stattfinden, sind in diesem Sinne nicht „begleitend“ angelegt. Vielmehr sollen sie fragend, perspektivierend, kontextualisierend operieren – in Form von künstlerischen Interventionen, Gesprächen, Vorträgen, Performances, Workshops, Texten usf.

Unter neuer künstlerischer Leitung seit Herbst 2024 möchte der Westfälische Kunstverein vermittelnde Denk- und Arbeitsweisen zukünftig weitaus stärker in die kuratorisch-konzeptuelle Arbeit integrieren. Inspiriert ist dieses Vorhaben von dem Begriff „Gegenverkehr“ in der Wissensproduktion (Nora Sternfeld): ein Raum, in dem Wissen nicht einseitig übertragen wird, sondern im Austausch. Vermittlung bedeutet hier nicht Erklärung, sondern das gemeinsame Aushandeln von Bedeutung, das Verstehen- und Kennenlernen-wollen anderer Perspektiven und Lesarten. Teilhabe wird als Voraussetzung und nicht als Ergebnis betrachtet.

Ziel des Fellowships ist es, diesen offenen, kritischen Vermittlungsbegriff langfristig zu stärken und als lebendige Praxis in enger Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Kunstverein weiterzuentwickeln. Die Vermittlungsarbeit soll stärker im städtischen und kulturellen Umfeld verankert werden und neue Formen der Kooperation ermöglichen.

Vergütung: Stipendium i.H.v. 1.500 Euro monatlich über einen Zeitraum von insgesamt 12 Monaten

Bewerbungsfrist: 28. Mai 2026

Weitere Information und Ausschreibung