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Neuigkeiten
aus dem Bundesverband

Mehr als eine Realität – Queere Interventionen im Museum

30. November 2026
9.00 - 15.30 Uhr
Landesmuseum Württemberg

Workshop und Netzwerktreffen für Kulturvermittler*innen
des Landesverbands Museumspädagogik Baden-Württemberg e. V. in Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg sowie Alisha Soraya und Ida Liliom

Wie können queere Perspektiven im Museum sichtbar werden? Welche neuen Fragen entstehen, wenn etablierte Erzählungen und Sammlungsobjekte aus anderen Perspektiven betrachtet werden? Und was bedeutet es für ein Museum, wenn vermeintlich eindeutige Geschichten plötzlich mehrdeutig werden?

Mit der Intervention „Mehr als eine Realität“ haben Alisha Soraya und Ida Liliom zusammen mit dem Landesmuseum Württemberg queere Perspektiven in die Schausammlung eingebracht. Die Intervention lädt dazu ein, vertraute Geschichten neu zu betrachten, Leerstellen wahrzunehmen und die Mehrdeutigkeit historischer Überlieferungen sichtbar zu machen.

Im gemeinsamen Workshop mit Alisha Soraya und Ida Liliom geht es um die Entstehung und Umsetzung des Projekts am Landesmuseum Württemberg: Wie entstand die Idee für die Intervention? Wie wurde das Projekt innerhalb des Museums entwickelt und umgesetzt? Welche Fragen stellten sich im Umgang mit den Sammlungen und den bestehenden Ausstellungserzählungen? Und welche Erfahrungen, Herausforderungen und Entscheidungen haben den Prozess geprägt?

Dabei nehmen wir auch die institutionelle Perspektive in den Blick: Welche Haltung braucht ein Museum, um queere Perspektiven und Interventionen zu ermöglichen? Wie werden solche Projekte innerhalb eines Hauses getragen und verankert? Welche Rolle spielen Direktion, unterschiedliche Fachbereiche und Vermittlung? Wie arbeiten wir mit Communities und der Freien Szene zusammen auf Augenhöhe? Und welche Spielräume, aber auch Herausforderungen entstehen, wenn neue Perspektiven auf bestehende Sammlungen und Erzählungen treffen?

Ein gemeinsamer Rundgang durch „Mehr als eine Realität“ bietet zunächst die Gelegenheit, die Intervention kennenzulernen und unterschiedliche Zugänge zu den Objekten und Themen zu diskutieren. Daran anschließend geht es um queere Geschichte und Perspektiven im Museum sowie um Fragen der Vermittlung: Welche Geschichten werden erzählt – und welche nicht? Wie können wir mit Mehrdeutigkeiten umgehen? Welche Rolle spielen Sprache, Zuschreibungen und die eigene Perspektive?

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Austausch unter Kolleg*innen. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen reflektieren, Fragen diskutieren und überlegen, was sich aus dem Projekt für die eigene Vermittlungsarbeit ableiten lässt. Dabei geht es auch um ganz praktische Fragen: Wie können queere Perspektiven in der Vermittlung aufgegriffen werden? Wo liegen Herausforderungen und Unsicherheiten? Und welche Möglichkeiten gibt es, die eigene Arbeit und die Institution weiterzuentwickeln?

Die Veranstaltung richtet sich an Kulturvermittler*innen, die sich mit queeren Perspektiven, vielfältigen Geschichtserzählungen und einer diskriminierungssensiblen Vermittlung auseinandersetzen möchten. Vorkenntnisse oder eigene Erfahrungen mit queeren Vermittlungsprojekten sind nicht erforderlich.

Über Ida Liliom und Alisha Soraya

Ida Liliom und Alisha Soraya arbeiten seit vielen Jahren an der Schnittstelle von queerer Kunst, Kultur, Performance und Community. 2017 gründeten sie gemeinsam den Queerdenker* e. V. Stuttgart, einen Verein für queere Kunst, Kultur und Jugendarbeit. Alisha Soraya leitet inzwischen den UTOPIA Kiosk, einen Ort für Vernetzung, Kunst und politische Arbeit verschiedener intersektionaler Szenen. Ida Liliom arbeitet als Regisseurin und Performerin in unterschiedlichen Theaterkontexten, unter anderem mit dem Citizen.KANE.Kollektiv. Gemeinsam entwickeln sie Projekte, Orte und Veranstaltungsformate, die unterschiedliche Perspektiven und künstlerische Arbeitsweisen miteinander verbinden.

Mehr über die beiden: idaliliom.de und alisha-soraya.com

Ablauf

9 – 9.30 Uhr
Ankommen & Kaffee

9.30 – 10.15 Uhr
Begrüßung, Kennenlernen & Erwartungen
Begrüßung durch Landesverband und Landesmuseum; Vorstellung von Alisha Soraya und Ida Liliom; gemeinsames Sammeln von Fragen und Erwartungen: Was beschäftigt uns beim Thema queere Vermittlung im Museum?

10.15 – 11 Uhr
Mehr als eine Realität – Führung durch die Intervention 

11 – 12 Uhr
Wie entsteht eine queere Intervention?
Entstehungsgeschichte des Projekts, Ausgangsideen, Zusammenarbeit zwischen freier Szene und Museum, Rollen und Perspektiven, Entscheidungsprozesse, Reibungen und Herausforderungen

12 – 13 Uhr
Mittagspause (Selbstverpflegung) & Netzwerken

13 – 13.30 Uhr
Queere Geschichte(n) im Museum
Input zu Leerstellen, Mehrdeutigkeiten und der Frage, wie queere Perspektiven in musealen Sammlungen und Erzählungen sichtbar werden können

13.30 – 14.45 Uhr
Sensibilisierung: Perspektivwechsel & Selbstreflexion Auseinandersetzung mit Sprache, Zuschreibungen, eigenen Unsicherheiten und institutionellen Routinen. 
Kleingruppenarbeit; Was bedeutet das für unsere Häuser und unsere Vermittlungsarbeit? Wo gibt es Möglichkeiten, wo Widerstände oder offene Fragen?

14.45 – 15 Uhr
Abschluss & gemeinsamer Ausblick

 

Teilnahme
für Mitglieder des LVMP Ba-Wü/BVMP 40 Euro, für Nicht-Mitglieder 70 Euro 
Rechnung wird nach der Veranstaltung versandt

Anmeldung
bei Tanja Karrer-Feldkamp Tanja.Karrer@Landesmuseum-Stuttgart.de
Verbindliche Anmeldung — bitte geben Sie Ihre Rechnungsadresse an
Stornierung möglich bis zum 25. November, danach wird der volle Betrag in Rechnung gestellt