5 Jahre MuseobilBOX – Wie geht’s weiter?

Abschlusstagung des Bundesverbandes Museumspädagogik zieht Bilanz und setzt neue Impulse

Hannover (bvmp).Kölner Kinder erkunden Stadtgeschichte mit allen Sinnen, Mädchen aus Neumünster schneidern ihre eigene Mode und Jugendliche aus Erlangen sammeln Geräusche und Klänge ihrer Stadt. Dies sind drei von knapp 1000 MuseobilBOX-Projekten, die der Bundesverband Museumspädagogik e.V. (BVMP) seit Beginn des Bundesprogramms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" gefördert hat. 12.000 Kinder und Jugendliche profitierten in den vergangenen fünf Jahren vom Engagement der 219 lokalen Bildungsbündnisse, die sich im Rahmen der MuseobilBOX deutschlandweit gründeten.

Diese Erfolgsbilanz sowie der Ausblick auf die Zukunft des Förderprogramms standen im Mittelpunkt der Abschlusstagung am Montag (4.9.) und Dienstag (5.9.)  im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Unter dem Titel „5 Jahre MuseobilBOX: Wie geht’s weiter? Potentiale musealer Bildung im Rahmen von Kultur macht stark“ diskutierten über 80 Vertreter der lokalen Bündnisse, der Programmpartner und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über Herausforderungen und Erfolge der vergangenen fünf Jahre. Wie wurden Förderziele und Zielgruppen erreicht? Welche Herausforderungen gab es? Wie geht es in der kommenden Förderperiode von 2018-2022 weiter?

Seitens des Bundesbildungsministeriums referierte Dr. Catrin Hannken, Referatsleitung Kulturelle Bildung / Europäische Schulen, über Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Teilhabechancen im Rahmen des Förderprogramms. „In den vergangenen fünf Jahren wurden flächendeckend zusätzliche Angebote in der außerschulischen kulturellen Bildung geschaffen. Der Bundesverband Museumspädagogik hat es vermocht, mit seinem Konzept eine breite Altersgruppe anzusprechen“, betonte Hannken. Im Rahmen frühkindlicher kultureller Bildung unterstützt der BVMP lokale Bündnisse mit Hilfe der MuseobilBOX, Kindern ab drei Jahren einen Zugang ins Museum zu eröffnen.

Prof. Dr. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW unterstrich in ihrem Impulsvortrag „Wie hat Kultur macht stark die kulturelle Bildungslandschaft verändert?“, dass gerade non-formale und informelle Bildung wie beim Bundesprogramm „Kultur macht stark“, Freiräume zum Experimentieren ohne Zwang und Zielvorgaben öffne, die maßgeblich für die kulturelle Interessenbildung von Kindern und Jugendlichen seien.

Für die Zukunft soll das Projekt des Bundesverbandes noch breiter aufgestellt werden. „Mit einem neuen zusätzlichen Modul möchten wir Kinder und Jugendliche stärken, weitere Museen und Kulturorte in ihrer Lebensumgebung zu erkunden sowie eigene Ausstellungsformate zu erproben“, erläuterte Projektleiterin Heike Herber-Fries. 

Programmpartner warfen im Podiumsgespräch gemeinsam einen Blick in Vergangenheit und Zukunft des Programms. Partizipative und inklusive Ansätze der Projekte müssten noch weiter vorangetrieben werden. Auch sei die diversitätsorientierte und auf Empowerment der Kinder und Jugendlichen hin ausgerichtete Kulturarbeit der Bündnisakteure zu unterstützen. Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel und Anja Hoffmann, Vorsitzende des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. diskutierten mit den Teilnehmern über die Zukunft kultureller Bildung im Rahmen einer Fishbowl-Diskussion. Den Akteuren vor Ort lagen Themen vom Projektmanagement über digitale Vermittlungsformate bis hin zur zielgruppensensiblen Öffentlichkeitsarbeit am Herzen. Zudem wurden Projektbeispiele aus den vergangenen fünf Jahren MuseobilBOX präsentiert und neue Projektideen ausgetauscht und gesammelt. Damit wurden zahlreiche Impulse für weitere kulturelle Projekte auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit gesetzt.

Hintergrund
Der Bundesverband Museumspädagogik (BVMP) vertritt die Belange der Museumspädagogik und der in diesem Feld Tätigen in bundesweiten Gremien der Kultur, Bildung und Politik. Er fördert die Entwicklung der Museumspädagogik in den Museen und im Museumswesen, initiiert bundesweite Projekte, Fortbildungen und Forschung.

Der BVMP ist einer von 32 Programmpartnern des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Unter dem Titel „MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen“ initiiert, begleitet und fördert der Verband von 2013-2017 über 200 lokale Bündnisse für Bildung aus ganz Deutschland, die Museumsprojekte für Kinder und Jugendliche in bildungsbenachteiligenden Lebenslagen entwickeln und umsetzen. 

Für die neue Förderperiode von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ von 2018 bis 2022 stellt das BMBF insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung,

Programm der Tagung

Informationen zum MuseobilBOX-Projekt: www.museobilbox.org

Informationen zum Förderprogramm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung": www.buendnisse-fuer-bildung.de

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