Bundesweit präsent,
Aktiv vor Ort

Hinweisliste "Corona" Stand 26.5.

Liebe Mitglieder des Landesverbands Museumspädagogik Bayern e. V., lange haben wir überlegt, wie wir unseren Mitgliedern in diesen schweren Zeiten zur Seite stehen können, denn aufgrund der sich ständig veränderten Situation und der Brisanz ist dies nicht einfach: Langfristige Planungen laufen ins Leere, unsere eigentlichen Formate im Verband – Tagungen, Workshops, Fortbildungen – können, wenn, dann derzeit lediglich online stattfinden. Sollbruchstellen im Museumsbetrieb, wie prekäre Anstellungsverhältnisse auch in der kulturellen Vermittlung, – treten zu Tage.  Die Gefährdung des Bildungsorts Museum an sich relativiert fürs Erste viele der aktuellen anderen Themen. In Gesprächen mit Kolleg*innen, mit unseren Beiräten und zahlreichen Institutionen haben wir aber festgestellt, dass uns derzeit gerade dieser Austausch stärkt und motiviert. Daran möchten wir Euch/Sie teilhaben lassen und einbeziehen.

Die folgende Liste enthält Argumentationshilfen, Förderangebote und vieles mehr, um den Weg durch die derzeitige Krise etwas leichter meistern zu können. Dabei haben wir uns bemüht, auf existente Listen hinzuweisen und diese für unsere Anliegen zu erweitern. Unser Ziel ist es, diese Liste fortzuschreiben. Hierzu nehmen wir gerne Eure/Ihre Hinweise auf!

Gutes Durchhalten und viel Kreativität wünscht

Der Vorstand des LVMP BY
 

Förderungen

CALL FOR APPLICATION: Förderpreis „Vermittlung plus 2020“ des LVMP Bayern
Ziel unseres Förderpreises "Vermittlung plus 2020" ist es, durch eine Anschlussförderung, ein bestehendes Programm qualitativ zu erweitern und zusätzlich nachhaltig zu gestalten. Mit der diesjährigen Ausrichtung des Förderpreises reagieren wir zusätzlich auf die existenzbedrohenden Einschränkungen im Kulturvermittlungsbereich, die derzeit alle unsere Mitglieder - besonders die Freiberufler*innen - derzeit betreffen. Deswegen fördern wir neben Materialien nun auch Honorarleistungen und haben die Gesamtsumme des Förderpreises auf 5000 € erhöht. Bewerbungsschluss ist der 31.07.2020. Zur vollständigen Ausschreibung des Preises: Website Förderpreis

Bis zu 90% Förderung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen für konzeptionelle Arbeiten
Um die Vermittlung in den nichtstaatlichen Museen in Bayern auch in Corona-Zeiten weiter zu stärken und zu festigen, kann die Landesstelle, wie bereits bisher, finanzielle Unterstützung für neue Bildungs- und Vermittlungskonzepte, museumspädagogische Modellprojekte oder auch die Planung und Einrichtung von museumspädagogischen Räumen gewährleisten. Die konzeptionelle Arbeit kann auch von Freiberufler*innen übernommen werden - lediglich der Antrag muss von einem Museum gestellt werden. Nehmt/nehmen Sie per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit der zuständigen Referentin auf. Wer noch dieses Jahr eine Förderung haben möchte, muss den Antrag bis 30.6. stellen. Mehr dazu über den folgenden Link: Förderung Landesstelle

Themenportal Vermittlung
Auf ihrer Corona-Hilfsseite sammelt die Landesstelle auch Hinweise zur Vermittlung während der Einschränkungen. Besonders digitale Möglichkeiten werden hier vorgestellt: Themenportal Vermittlung

Autor*innen für Erweiterung von Xponat gesucht
Im Juni wird Xponat um eine neue Unterseite „Impulse“ erweitert, die Anstöße für eine praktische Umsetzung – auch unter den derzeitigen Einschränkungen – liefern möchte. Das MPZ freut sich auf Autor*innen und zahlt für die Arbeit auch ein kleines Honorar, das zudem bei medialer Umsetzung erweitert werden kann. Xponat (www.xponat.net) ist eine Online-Datenbank, die anhand von ausgewählten Methoden und Exponaten Anregungen für eine zielgruppenorientierte und methodisch abwechslungsreiche Vermittlung anbietet. 
Ansprechpartnerin: Alessandra Vicentini
xponat@bayerische-museumsakademie.de
+49 (0)89 9541152-36 

EMPFEHLUNG: Musenkuss München
Online-Angebote, Fördermöglichkeiten, Unterstützungsmöglichkeiten
Auf dem Infoportal für Kulturelle Bildung in München findet sich eine gut gepflegte un umfanreiche Liste mit Hinweisen weit über München hinaus:
Arbeitshilfe Corona

Programme der Bundesregierung für Kultur- und Medienschaffende:  
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-kultur-1735378

Förderung von Beratungen für Freiberufler*innen 
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert befristet bis Ende 2020 Beratungen für Corona-betroffene Freiberufler*innen sowie kleine und mittlere Unternehmen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil: https://www.bafa.de/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung_node.html    

Beantragung von Grundsicherung :  
https://con.arbeitsagentur.de/prod/cmsportal/marketing/corona-grundsicherung/   

Ausfallhonorare

Nachweis von Verdienstausfällen
Unter Anderen weisen das MPZ in München und das KPZ in Nürnberg Corona-bedingte Verdienstausfälle aus, um den Freiberufler*innen zu ermöglichen, diese zu belegen und ggfs. steuerlich nutzen zu können. Über den folgenden Link kann das Musterformular des MPZ herunter geladen werden: Musterformular Verdienstausfall

Künstlersoforthilfe im Rahmen des Nothilfeprogramms der bayerischen Landesregierung
Die bayerische Regierung möchte "auch in der Krise ein verlässlicher Partner" sein und plant "eine Unterstützung im Zeitraum von Mai bis September 2020 für bis zu drei aufeinander folgende Monate. Die Hilfen umfassen je nach Verdienstausfall bis zu 1.000 Euro pro Monat". Eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ist nicht mehr erforderlich. Es ist unklar, ob auch freischaffende Museumspädagog*innen davon profitieren können, die Erfahrung einiger Kolleg*innen mit den bisherigen Programmen sind unterschiedlich. So oder so greift diese Soforthilfe zu kurz.
https://www.stmwk.bayern.de/ministerium/meldung/6524/freistaat-hilft-kuenstlerinnen-und-kuenstlern-sowie-kulturschaffenden-mit-verschiedenen-nothilfeprogrammen.html

Ausfallhonorare für Künstler*innen in Aussicht, die im Zusammenhang mit vom Bund geförderten Projekten entstanden:  
https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/aktuelles/bund-ermoeglicht-ausfallhonorare-in-der-corona-krise-gruetters-alle-moeglichkeiten-ausschoepfen--1749266  

Das Bundesfinanzministerium hat einige Regelungen zum Thema steuerliche Maßnahmen zur Förderung von Corona-Betroffenen erlassen

Statements

#openandcreative: 
Die Bayerische Museumsakademie hat die Plattform #openandcreative gestartet, die Museumsleitungen, Vertreter*innen von Verbänden und Kulturvermittler*innen eine Stimme verleihen möchte. Ziel ist es, auf die aktuellen Probleme, Sorgen und Nöte der Museen aufmerksam zu machen, aber auch Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen.

Kulturwissenschaftler Michael Wimmer mahnt mit Blick auf die CoronaKrise an, dass die Kulturinstitutionen auch generell innerbetrieblich in Kulturinstitutionen etwas gegen prekäre Arbeitssituationen und soziale Ungleichheit  zu tun. müssen;  https://kupoge.de/download/2020/essays/Wimmer_Michael.pdf  

Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, verweist auf die Bedeutung des Museums als Lernort und die derzeitigen Probleme der Freiberufler*innen: https://www.museumsbund.de/museen-in-zeiten-von-corona-es-geht-um-die-zukunft/ 

Der Museumsbund Österreich fordert von der Regierung, kulturpolitisch Verantwortung zu übernehmen und das Museum besonders als Außerschulischen Lernort und Ort des sozialen Zusammenhalts zu nutzen: https://www.museumsbund.at/pdfs/Brief_an_kulturverantwortliche_Politiker_innen.pdf 

Essays der Kulturpolitischen Gesellschaft* zur Corona-Krise:  
https://kupoge.de/essays-zur-corona-krise/  
Darunter auch Beiträge, die unsere beiden aktuellen Themen Corona und Nachhaltigkeit imFocus haben: 

Von der Politik vergessen
Gästeführer*innen weisen mit einer Demonstration auf dem Marienplatz auf ihre missliche Lage hin:  
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kaum-zugang-zu-staatlichen-hilfen-von-der-politik-vergessen-1.4909115 

BKJ fordert Unterstützung
Schon am 30.3.2020  forderte die BKJ Unterstützung, "damit Angebote Kultureller Bildung jetzt und auch noch in Zukunft Kinder und Jugendliche stärken können." (Stellungnahme: Bedrohte Infrastruktur Kultureller Bildung schützen – Fachkräfte, Einrichtungen und Angebote absichern: https://www.bkj.de/weitere-themen/wissensbasis/beitrag/bedrohte-infrastruktur-kultureller-bildung-schuetzen-fachkraefte-einrichtungen-und-angebote-absiche/

Aussicht/Zukunft 

  • Zahlreiche Museen experimentieren derzeit mit Kleinstführungen (Guide + die Mitglieder eines Hausstands). 
  • In das Cicerone-Format wird viel Hoffnung gelegt, jedoch stehen hier bei dauerhaftem Einsatz hohe Eigenkosten im Raum. 
  • Stadtführungen sollen in Kürze wieder möglich sein. Ob und wie dies anwendbar auf (Außenbereiche von) Museen ist, bleibt abzuwarten, Äußerungen des Eckpunktepapiers der Kultur-MK und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/1754254/e806fa5c4da0fb6fbf84b85c1095e67f/2020-05-20-eckpunkte-oeffnungsstrategie-data.pdf?download=1
  • In Österreich dürfen seit 15.5.2020 wieder Kunstvermittlungsprogramme,  Führungen und Workshops mit bis zu 10 Personen abgehalten werden. Darüber hinaus gilt die strikte Einhaltung von Abstands- und Hygienebestimmungen: https://www.bmkoes.gv.at/Themen/Corona/Corona-Kunst-und-Kultur.html Derzeit wird in Deutschland diskutiert, ob dies auch möglich ist. 
  • Der Museumsverband Sachsen-Anhalt bemerkt, dass "auf die engagierten Vermittler*innen in unseren Museen (..) in den nächsten Wochen und Monaten besondere Herausforderungen zu(kommen). Sie können bei der Wiedereröffnung nicht auf die gewohnten Vermittlungsformate und Zielgruppen setzen. Vielmehr müssen sie neue Wege für die Erschließung der Ausstellungen für Familien und Individualbesucher finden. Dies kann geschehen im Rahmen von durch Beschriftung gelenkten Rundgängen, Museumskoffern für Schulen und KiTas oder zielgruppengerechte Erschließung der Bestände in museum-digital.de für den etwas anderen Schulunterricht bis hin zu Webinaren für Schulen usw.". https://www.museen-in-bayern.de/fileadmin/Daten/Ab_2018_Material_Landesstelle/Corona-Hilfen/Corona_Wiederero%CC%88ffnung_Museen_6_20-05-04.pdf Hinweise zur Durchführung auf S. 12/13 
  • Schulen ist es bis mindestens Ende des Schuljahres untersagt, Verträge mit außerschulischen Veranstaltern einzugehen bzw. außerschulische Lernorte zu besuchen (Zitat: "Bereits gebuchte Schülerfahrten und Schüleraustauschmaßnahmen, die nach dem 19. April 2020 bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020 stattfinden würden, sollten aufgrund der dynamischen, nicht abzusehenden Entwicklung grundsätzlich abgesagt oder – sofern möglich – auf das nächste Schuljahr verschoben werden. Neue Schülerfahrten und Schüleraustauschmaßnahmen dürfen derzeit nicht vertraglich verbindlich abgeschlossen werden, unabhängig davon, wann sie stattfinden sollen. Planungen für das kommende Schuljahr (2020/2021), die problemlos rückgängig gemacht bzw. kostenfrei storniert werden können, sind zulässig." https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/6945/faq-zum-unterrichtsbetrieb-an-bayerns-schulen.html Umso wichtiger ist es, den Kontakt zu den Schulen nicht zu verlieren. Empfohlen werden von unseren Beiräten z.B. Museumskoffer oder digitale Kleinformate, die von Lehrer*innen verwendet werden können, evtl. mit personeller museumspädagogischer Unterstützung (Outreach). Diese Angebote sollten, um nachhaltig zu sein, auch nach der Krise bspw. als Vor- oder Nachbereitung eines Museumsbesuchs verwendbar sein.  
  • Es wird viel mit digitalen Alternativen/Ergänzungen zur personellen Vermittlung experimentiert. Bisher haben wir noch keine gänzlich überzeugenden Angebote gesehen. Gerne geben wir hier Eure/Ihre Tipps weiter. 

Laufende Studien / Umfragen

Befragung des BKJ
Um die Folgen der Corona-Krise auf die kulturelle Kinder- und Jugendbildung besser einschätzen zu können, hat die BKJ ihre 56 Mitgliedsverbände im April 2020 befragt. In den Antworten werden die langfristigen Folgen für Kinder und Jugendliche, die Planungsunsicherheiten sowie die existenzielle Gefährdung der bundesweiten Infrastrukturen für Jugend, Bildung und Kultur durch die Corona-Krise sichtbar. (5.5.2020):  
https://www.bkj.de/news/umfrageergebnis-zu-folgen-der-corona-krise-in-der-kulturellen-kinder-und-jugendbildung/ 

NEMO-Umfrage zu Corona und Museen: 
Das Network of European Museum Organisations (NEMO) hat in einer Umfrage Informationen über die Effekte der Corona-Krise auf die Museen gesammelt. Welche Auswirkungen auf Budgets und Projekte, welche Umstrukturierungen und neuen Angebote für Besucher gab es? Die Ergebnisse hat NEMO jetzt veröffentlicht: NEMO_COVID19_Report_12.05.2020.pdf 

Educult erstellt eine Studie zu Umsetzung, Herausforderungen und Bedarf von Kulturvermittlung und Kultureller Bildung in Schulen im Land Salzburg:
https://educult.at/forschungsprojekte/kulturelle-bildung-in-schulen-in-salzburg/ 

Kontakt

Geschäftsstelle des Landesverbands Museumspädagogik Bayern

c/o Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim
Eisweiherweg 1
91438 Bad Windsheim

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