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aus dem Bundesverband

Stellungnahme des LVMP Bayern

Situation der freiberuflichen Museumspädagog*innen in Bayern ist existenzbedrohend

Sehr geehrte Damen und Herren Minister, sehr geehrte Damen und Herren des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag,

Museen sind seit Jahren nicht nur Freizeiteinrichtungen, sie sind kulturelle Bildungs- und Lernorte und soziale Begegnungsräume, die für eine positive gesellschaftliche Entwicklung unverzichtbar sind (vgl. z.B. https://www.museumsbund.de/museen-in-zeiten-von-corona-es-geht-um-die-zukunft/). Als enger Partner des Wissenschaftsbetriebs und (außer-)schulischer Bildungseinrichtungen ermöglichen Museen lebenslanges Lernen für alle Altersgruppen, fördern zudem den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ermöglichen inter- und transkulturellen Austausch und vieles mehr. 

Daher bedauern wir sehr, dass Museen im Rahmen der Präventionsmaßnahmen des "Lock-Down light" geschlossen wurden, trotz ihres Bildungsauftrags und gut funktionierender Hygienekonzepte.

Dies verschärft die Situation freiberuflicher Museumsvermittler*innen enorm. Schon jetzt sind sie von mindestens 75% Verdienstausfall betroffen (vgl. Beispiele im Anhang). Zudem erlaubten ihre oft prekären Arbeitsverhältnissen meist weder Verdienstausfallzahlungen noch Lohnausgleich, auch griffen die staatlichen Fördermaßnahmen bisher nur vereinzelt.

Außerdem drohen durch die im nächsten Jahr zu erwartenden Einschränkungen im Museumsbetrieb (Schließungen, Besucher*innen-limits, Reduzierung der Gruppengrößen, Haushaltskürzungen) weitere deutliche Rückgänge in der Quantität und auch in der Qualität der Vermittlungsangebote und Projekte in Museen in ganz Bayern. Denn viele Museumspädagog*innen sehen sich mittlerweile gezwungen, sich beruflich umzuorientieren. Dies bringt die in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten professionellen Standards der Vermittlungsarbeit in bayerischen Museen in große Gefahr — ein schnelles politisches Gegensteuern ist dringend geboten!  
 
Der Landesverband Museumspädagogik Bayern e.V. (LVMP Bayern) setzt sich gemeinsam mit dem Museumspädagogischen Zentrum München (MPZ) und dem Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) für eine Kulturpolitik ein, die die Rolle der tausenden freiberuflichen Mitarbeiter*innen in den Museen in Bayern angemessen würdigt. 
 
Deshalb erwarten wir, in Anlehnung an den Deutschen Museumsbund e.V., dass die für Unternehmen und Selbständige angekündigte Kompensation auch für freiberufliche Mitarbeiter*innen in Museen gelten und geleistet werden. Sie verdienen eine explizite Erwähnung in den Rettungsschirmen der Bayerischen Staatsregierung. (https://www.museumsbund.de/die-schliessung-der-museen-waere-ein-gravierender-einschnitt-und-muss-kompensiert-werden/)  

Im Anhang senden wir Ihnen unsere ausführliche Stellungnahme als offenen Brief, der mit Fallbeispielen und Zahlen von MPZ und KPZ sowie der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und weiteren Mitgliedern im LVMP Bayern unterfüttert ist. 
 
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung und freuen uns, mit Ihnen hierzu ins Gespräch zu kommen.  

 

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand des Landesverbands Museumspädagogik Bayern e.V.

Jakob Ackermann, Petra Maidt, Katrin Thürnagel, Doris Hefner

 

Adressaten des offenen Briefs: 

  •     Ministerpräsident Dr. Markus Söder
  •     Stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
  •     Prof. Dr. Michael Piazolo, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus
  •     Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst
  •     Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister der Finanzen und für Heimat
  •     Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag


Zur Kenntnisnahme ergehen Kopien an

  •     den Bundesverband Museumspädagogik e.V.,
  •     die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.,
  •     die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern e.V.,
  •     die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern,
  •     sowie an regionale und überregionale Presseorgane.