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Buchvorstellungen

Drechsler-Fiebelkorn, Birgit/Eilers, Renate/Granobs, Roland/Manseck, Stefanie/Neblung, Dagmar/Reinsbach, Jürgen/Salsa, Johanna/Witt, Lola.
Antiker Mythos in Text und Bild. Von Äneas bis Vertumnus. Antikenrezeption auf Werken der Gemäldegalerie Berlin.
Eine Materialsammlung für Schüler und Lehrer.

Herausgeber: Staatliche Museen zu Berlin, Besucher-Dienste
Ort, Jahr: Berlin, 2001.

Text der Buchvorstellung:
Damit Ovids "Metamorphosen" nicht wie im Mittelalter zur moralischen Belehrung gelesen werden, sondern die Abenteuer von Mars und Venus oder die Geschichte von Vertumnus und Pomona Vergnügen bereiten, hat sich eine Gruppe sehr engagierter Latein- und Kunstlehrer unter Leitung von Dr. Roland Granobs zusammengefunden. So ist in Zusammenarbeit mit den Besucher-Diensten der Staatlichen Museen zu Berlin eine kompakte Materialsammlung entstanden. Durch entsprechende Aufgabenstellungen (z.B. zum Gemälde "Perseus und Andromeda" von Rubens - Welche Eigenschaften würdest du dem Perseus des Ovid, welche dem des Rubens zuordnen? - oder zur "Landschaft mit Juno und dem getöteten Argus" von Poussin - Welche Personen und Götter, die bei Ovid vorkommen und eine wichtige Rolle im Rahmen des Mythos spielen, sind auf dem Gemälde zu sehen?) werden die Schüler motiviert, ihre Lateinkenntnisse vor den Originalen in der Berliner Gemäldegalerie zu überprüfen. Hat sich der Maler exakt an die Textvorlagen von Ovid ("Metamorphosen") gehalten? Wo hat er Textpassagen frei interpretiert und somit kongenial Neues geschaffen. Diese Art der vergleichenden Analyse von literarischer Vorlage und bildkünstlerischer Umsetzung führt nicht nur zu intensiveren Lateinkenntnissen, sondern schärft auch den Blick bei der Kunstbetrachtung generell. Deshalb eignet sich das Material auch hervorragend für den Kunstunterricht bzw. in der Kooperation mit demselben. Darüber hinaus überwindet der Lateinlehrer in seinem Unterricht die Schwelle zum Museum. Latein lernen vor Bildern in den Räumen einer schönen Galerie macht einfach mehr Spaß als im Klassenzimmer. Hemmungen werden abgebaut und Diskussionen über die bildnerische Umsetzung und aktuelle Bedeutung der Texte von Ovid, Cicero, Hygin u.a. in Gang gesetzt. Bleibt zu wünschen, dass viele Lehrer dieses Angebot mit ihren Schulklassen nutzen und den Weg zum Kulturforum künftig öfter gehen.

Das sagen andere:
"Lateinschüler sind heute, wenn sie es jemals waren, keine Kinder von Traurigkeit mehr. Und kein spitzbärtiger Lateinlehrer errötet mehr bei einer delikaten Stelle in einem Catull-Gedicht. Auch wenn die Prüderie des preußischen Gymnasiums vielfach nur eine Legende ist - jetzt können sich die angeblichen Gralshüter der Trockenheit, eben die Lehrer und Schüler der alten Sprachen, endgültig ins pralle Leben stürzen."
(Rezension von Johan Schloemann in der FAZ, Berliner Seiten, 1.2.2002, Nr. 27 / Seite BS 3)

"...dass die einzigartigen Ressourcen der Sammlungen für die schulische Bildung nicht ausreichend genutzt sind. Auf das sich das ändere, ist jetzt eine wunderbare Broschüre erschienen: ‚Antiker Mythos in Text und Bild, von Äneas bis Vertumnus: Antikenrezeption auf Werken der Gemäldegalerie Berlin\'. Konzipiert hat sie, zusammen mit Sigrid Otto von der Museumspädagogik, der Referent für Griechisch und Latein im Landesprüfungsamt für das Lehramt, Roland Granobs -....... Die Absicht ist, Schülern die Berliner Gemäldesammlung und zugleich die bunten Geschichten der Mythologie näherzubringen."
(Rezension von Johan Schloeman in der FAZ, Berliner Seiten, 1.2.2002, Nr. 27 / Seite BS 3)

"Nimmt man diesen Katalog in die Hand, merkt man schon beim Blättern, dass ein glänzendes Konzept dahintersteckt. Die Seiten sind übersichtlich aufgebaut, exakt beschriftet, funktional angelegt, durchdacht geplant, vorzüglich illustriert. Die beigefügten Texte zeigen auch dem Nichtlateiner, dass die alten Sprachen in einer Gemäldegalerie gefragt sind. Sie zeigen dem Lateiner, wie wirksam antike Literatur war und ist und dass er dem Latein-Unkundigen einiges voraus hat."
(Dr. Josef Rabl, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin und Brandenburg im Deutschen Altphilologenverband)

Sonstige Anmerkungen:
100 Seiten mit zahlreichen s/w-Abb. und 16 ganzformatige Farbabb.
grafische Gestaltung: Murtfeld &Rennerich
(ISBN: 3-88609-043-4)

Preis & Bezug
Zu erwerben ist das Heft zum Preis von 6 Euro während der Öffnungszeiten der Gemäldegalerie (Di-So 10-18 Uhr, Do bis 22 Uhr) im Museumsshop am Kulturforum oder bei den Besucher-Diensten der Staatlichen Museen zu Berlin (Bodestr. 1-8, 10178 Berlin, Frau Försterling, Tel. 030-2090 5501 / Fax: 030-2090 5502).

Vorgestellt von: Dr. Sigrid Otto s.otto@smb.spk-berlin.de

Meinung: Da ich die museumspädagogische Beratung und Endredaktion hatte sowie das Heft von uns, den Besucher-Diensten der Staatlichen Museen zu Berlin, herausgegeben worden ist, kann ich keine Kritik oder persönliche Einschätzung geben. Nur soviel: Die Latein- und Kunstlehrer arbeiten mit diesem Heft in der Gemäldegalerie direkt vor den Originalen. Es hat also eine große museumspädagogische Wirkung. Auch außerhalb Berlins können die Arbeitsbögen genutzt werden, da die Kunstwerke als farbige A-4-Abbildungen im Anhang zu finden sind.


Falls Sie die Besprechung oder das vorgestellte Buch diskutieren oder kommentieren möchten, können Sie hierzu das Diskussionsforum nutzen.

Falls Sie selbst eine Neuerscheinung mit Bezug zur Museumspädagogik vorstellen möchten, füllen Sie hierzu bitte das dafür vorgesehene Formular aus. Wir werden Ihre Vorstellung dann - nach Duchsicht - auf einer gesonderten Seite vorstellen.



 

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